Schon....August?!

Es sieht ganz so aus, als wäre mein FSJ tatsächlich schon vorbei. Auch wenn es echt Durststrecken gab und ich teilweise nur noch die Stunden gezählt habe, bis es nach der Arbeitswoche endlich wieder heimgeht, bin ich auch ein wenig traurig, den über lange Zeit angewöhnten Alltag mit all seinen Regeln und Strukturen wieder komplett aufgeben zu müssen - und auch und besonders die Arbeit mit den Kindern.

Aber wie sagt man? Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere. Und in meinem Fall ist die andere Türe einfach auch sehr vielversprechend und ich freue mich auf alles, was im nächsten Jahr für mich ansteht: zu meinem Freund ziehen, eine neue Arbeit, vielleicht auch eine Ausbildung....

5.8.11 08:05, kommentieren

Die erste Woche

Aus den "Tagebucheinträgen" werden nun wohl eher Wochenberichte, da ich mich in meinem neuen zuhause noch nicht auf die Suche nach dem Internetzugang gemacht habe.

Donnerstag und Freitag sind meine freien Tage, alle drei Woche haben die Kinder "Heimfahrwochenende" und ich habe somit Samstag komplett frei und "darf" am Sonntag von 17-20 Uhr arbeiten.

Die  ersten drei Arbeitstage sind ganz gut gewesen, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen muss, dass ich zwar um 06:45 anfangen muss, dann bis 08:30 uhr arbeite, anschließend aber z.B. mehr als acht Stunden "Pause" habe.

Manche Kinder machen einen sehr netten Eindruck und selbst wenn man vorab über deren gelegentliche Wutausbrüche informiert wurde, so trifft es einen doch sehr unerwartet, wenn eines nach einer Zurechtweisung sehr ausfallend wird und brüllt, dass es ein Messer holen und uns alle töten wolle, wo man mit ihm doch am Tag zuvor noch in größter Harmonie Fotoalben geschaut hat.

Abends treffen sich die meisten jüngeren Mitarbeiter, die auf dem Gelände wohnen, aber ich bin oft zu müde - ich glaube, man findet mich darum komisch. Aber ich kenne mich und weiß, dass ich nicht arbeitsfähig bin, wenn ich morgens kaum aus den Federn komme und in der ersten Zeit ist mir nicht gerade ein Anliegen, einen schlechten Eindruck zu machen, bin schließlich nicht zum Feiern hier^^.

An all die komischen Geräusche in unserem älteren Wohnhaus habe ich mich mittlerweile auch gewöhnt, nur ganz alleine möchte ich dort vorerst auch nicht sein.

Morgen früh beginnt mein Tag ebenfalls um 06:45 Uhr auf Gruppe, weshalb ich leider bereits heute Abend zurückfahre und einen Geburtstag verpasse. Die zwei freien Tage gehen doch sehr schnell rum...

17.9.10 15:38, kommentieren

Es geht lohoos!

Seit gestern Nachmittag bin ich also tatsächlich FSJ-lerin im Institut Eckwälden - und ich kann es endlich ein wenig mehr glauben.

Gemeinsam mit drei anderen netten Leuten zwischen 17 und 20 teile ich mir ein älteres Bauernhaus mit viel Charme auf dem Gelände.

Mein Zimmer ist unerwartet groß, mit einem Baum direkt vor dem Fenster. Es ist so ziemlich alles vorhanden, was man so zum Leben braucht - sogar eine Kaffeemaschine!

Dank vieler von daheim mitgebrachter Gegenstände, wie beispielsweise Kalender oder Kissen, war mein Zimmer in etwas über einer Stunde schon sehr persönlich und hat seitdem noch mehr Wohlfühlcharakter.

Dass meine Mitbewohner sehr nett sind, hat sich gleich gezeigt, als sie sogar extra bei mir klopften, um zu fragen, ob ich auch etwas aus dem Laden bräuchte, sie gingen nochmal einkaufen. Leider musste ich ablehnen, ich hatte nämlich schon vorgesorgt^^.

Um 18 Uhr war dann eine erste "Kennenlernrunde" mit Abendessen angesagt, in der wir auch die FSJ-ler der anderen WGs und die FSJ-lerinnen, die daheim wohnen, kennengelernt haben und wir über Dinge wie die Hausordnung informiert wurden. O-Ton: "Natürlich könnt ihr Besuch haben, wir eben ja nicht im Kloster! Einfach noch in der Küche anmelden und euren Mitbewohnern vorstellen." Sehr sympathisch! Dann um 20 Uhr gab es eine offizielle Festlichkeit mit sämtliche Mitarbeitern des Institutes, inklusive der Gelegenheit, die Mitarbeiter der einzelnen Gruppen kennenzulernen, um sich über seinen ersten Arbeitstag zu informieren.

Der FSJ-Alltag für einen meiner Mitbewohner und mich beginnt am Montag um 08:30 Uhr mit einer Besprechung der Formalitäten.

Das heißt: Der Sonntag - heute - ist komplett frei! Da eine glückliche Fügung unterschiedlichster Umstände mich sowohl heim- als auch wieder zurückfahren lässt, habe ich die Gelegenheit genutzt und sitze jetzt bei meinem Freund daheim(der leider Feuerwehrdienst hat).

Heute Abend geht es wieder zurück ins Insti und ich freue mich=)

12.9.10 12:40, kommentieren

Letzte Tage daheim

Trotz aller Vorfreude auf die zukünftige Arbeit, Mitbewohner und die Situation im Ganzen, muss ich zugeben, dass mir der Auszug von daheim schwerfällt, obwohl ich an meinen freien Tagen herkommen werde.

Am Schwersten ist allerdings die "Räumung" meines Zimmers, das mir über 10 Jahre ans Herz gewachsen ist und nun an meine Schwester vererbt wird. Ich werde mir nun ein größeres Zimmer mit meiner jüngsten Schwester teilen - die sich schon sehr darauf freut.

Mittlerweile habe ich das Allermeiste gepackt, mir auf meinen PC sämtliche Bildbearbeitungsprogramme gespielt, damit ich auch während dem Jahr meine Bilder bearbeiten kann, denn eine andere Funktion wird der PC wohl nicht haben - Internetanschluss im Zimmer is' nicht(ist auch gar nicht so tragisch will ich meinen).

7.9.10 19:40, kommentieren

Der weite Weg zum Freiwilligen Sozialen Jahr

Seit einiger Zeit habe ich - sehr zur Freude meines familiären Umfeldes - den Wunsch gehegt, nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten zu wollen. Auslöser für diese Entscheidung war das über die Schule abgeleistete Sozialpraktikum im Mai/Juni 2008, Gründe für das FSJ gibt es aber mehr als genug: Zum Beispiel möchte ich in beruflicher Hinsicht im Sozialen Bereich arbeiten und darum erstmal noch mehr Eindrücke und Erfahrungen im heilpädagogischen Bereich sammeln. Außerdem interessieren mich die im Rahmen des FSJ veranstalteten Seminare - nicht, weil ich 25 zusätzliche "Urlaubstage" habe, sondern weil dort spannende Themen behandelt werden und Besuche anderer sozialer Einrichtungen auf dem Plan stehen. Und letztlich will ich mit dem FSJ meine berufliche Entscheidung festigen und neue Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen kennlernen.
Im Februar 2010 habe ich mich direkt bei einer "Einsatzstelle" beworben und nach einem Hospitationstag auch eine Zusage bekommen.
Leider gingen Ende Juli Zusatzverträge ein, die z.B. einen Einsatz meiner "Arbeitskraft" nach Belieben auch in heimeigenen Werkstätten oder der Schule vorsah, während ich mich für den Heimbereich beworben habe und auch in allen vorhergehenden Verträgen nur dort eingesetzt werden sollte. Zusätzlich änderte sich meine vorgesehene Wohnsituation drastisch und ich fühlte mich durch die Regelung des Mädchenwohnheims in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt.
Also habe ich mich um eine neue Stelle beworben, auch wenn mir die Entscheidung schwer fiel. Allerdings wusste ich, dass die Arbeit in meiner ersten Einrichtung - die ich auch als Herausforderung wahrnahm - nur dann auch für mich erfüllend gestaltet werden kann, wenn mein "Privatleben" nicht auch zu einer ständigen Herausforderung werden würde(so hätte mich jeglicher Gast nur nach vorheriger Genehmigung besuchen dürfen, besonders drastisch, wenn man eine Beziehung führt).
Mit sehr viel Glück - und vielen Telefonaten mit neuer Einsatzstelle und Trägerorganisation - habe ich dann Mitte August noch eine von zwei FSJ-Stellen bekommen, auf die es drei Bewerber gab. Damit hätte ich nicht gerechnet und ich bin seeehr glücklich, denn die neue Einrichtung gefällt mir sehr gut und zugegebener Maßen hätte ich mich in diesem Herbst für nächstes Jahr ohnehin dort um einen Platz für ein BA-Studium beworben(Es kam also 1. anders und 2. als ich dachte, was aber durchaus ein Vorteil ist, will ich meinen).
Am 11. September ziehe ich also in die Einrichtung bei Göppingen und bin derzeit am Planen, was Packen usw. angeht!

3.9.10 13:19, kommentieren